Nö-nö-nö-nö-nö-nöööööö! Hab das Einlaufen blind wie ein Maulwurf in der Höhle verbracht, die sich MKR nennt. Ist ja interessant, die Rudermaschine mal von unten zu sehen, wie sie ächzt, wenn hart Ruder gegangen wird, und die riesige Kurbelwelle beim Umschalten von Vorwärts- auf Rückwärtsgang zu beobachten, aber… Wenn die Maschine gestoppt wird, weiß man nicht, ob das ist, weil man treibt und auf den Lotsen wartet, oder ob man schon im Hafenbecken ist und das Schiff Fahrt verlieren soll (die langsamste Geschwindigkeit mit Maschine sind 5 Knoten!). Der Chief hat mich rauf zum Nachgucken geschickt, wie weit wir wären. Ich steck den Kopf raus und stoße fast an die Pier! Vor und hinter uns andere Schiffe, und die frühlingshafte Luft Valparaísos weht mir um die Nase. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ich der Brücke hinterhergetrauert hab, als ich wieder in den Keller bin.
Aber der Tag ist noch jung. Da dies der letzte Landgang sein wird (in den asiatischen Häfen ist die Stadt zu weit entfernt), wird doch wohl ein Ausflug möglich sein. Aber nein, Port State Control ist im Anmarsch. Der Schrecken aller Kapitäne und Reeder. Wenn die auch nur ein klitzekleines Detail in den Schiffspapieren finden, das nicht in Ordnung ist, legen die das Schiff an die Kette. Da hierbei nur der Kapitän zugegen ist, werde ich nie wieder die Chance haben, da zuzugucken (zumindest, bevor ich selber einer bin), und ich darf dabeisein! Dafür lass ich gern den Landgang sausen, vielleicht habe ich morgen Vormittag kurz Zeit.
Falls das nicht klappt, schonmal vorsorglich der Abgesang auf das Paradiestal. Bin zwar nicht "Round the Cape Horn" wie Mr. Sting, aber immerhin in "Valparaíso":
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