Heute morgen stapfe ich wieder mit dem 2. Ing durch die 8 Stockwerke meines neuen Zuhauses. Während er alles untersucht, präge ich mir so gut wie möglich alle Orte und Gerätschaften ein, damit ich sie später auf der Inspektionsliste wiederfinde. Und richtig, mit dem Klemmbrett bewaffnet finde ich tatsächlich ungefähr 30 Kennzahlen, bevor der Öler dazukommt und mir die Arbeit abnimmt. Ich komme mir vor wie auf einer Schnitzeljagd, morgen werde ich auch die anderen 40 finden. Hab heimlich die ganz schwierigen Sachen mitgeschrieben, nur ob die damit morgen finde, ist fraglich. Das sind so Beschreibungen wie: Unter Turbolader (hinten), gegenüber Seewasserpumpe. Schmieröleinlass ganz oben neben Auslass andere Seite (Zehenspitzen). Druck Ladelufteinlass + Schmieröleinlass unter Zylinder (2. Stock). Aber, ich werde nicht eher meine Zeit als Maschinenkadett beenden, als bis ich alles gefunden hab, ischwör!
Der Öler meint, er habe 3 Wochen gebraucht, bis er alles gefunden hat, so lange hab ich nicht Zeit. Das muss schneller gehn. Er sieht schon den Silberstreif am Horizont, dass ich ihm bald diese lästige Arbeit abnehmen kann. Ich will ja auch, dann tu ich wenigstens was Sinnvolles und lerne gleich noch die Kenngrößen in etwa auswendig. (Antje, korrigiere mich, aber die sind ja nicht sooo unterschiedlich von Maschine zu Maschine, oder?) Das verstehen die meisten Ausbilder nicht: Wenn ich dem Azubi was beibringe, bedeutet das zwar erstmal mehr Arbeit, aber bald kann er mir ja auch was abnehmen, und ich kann Kaffee trinken gehen.
Turbolader-Reinigung die Zweite: Durfte heute selber Ventile auf- und zudrehen. Einmal hätte ich fast das Falsche erwischt. Wenn es dann hier rummst, müsst ihr als Todesursache angeben: durch Ladeluft mit gehäckselten Nussschalen im Maschinenraum erschlagen. Harhar.
Morgen um 6 gehe ich mit dem Öler Tanks loten, bin mal gespannt. Wieviel Prozent ich wohl diesmal bei der Schnitzeljagd erreichen werde?
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