wir gestern nicht mehr geschafft. Echt beeindruckend, wie groß diese Teile
sind. Mir wird wieder deutlich, wie umfangreich die Aufgaben eines
Offiziers sind, kein Wunder, dass der Kapitän meint, dass dagegen
Flugkapitäne Kindergartenkinder seien. Zusätzlich zu den Wachzeiten muss
der 1. (Offizier) alles, was mit Ladung zu tun hat, checken: Dass die
Container richtig verladen und festgelascht sind, dass die Kräne
funktionieren, dass Gefahrgutvorschriften eingehalten werden, nicht zu
reden von dem ganzen Papierkram bei Ein- und Auslaufen. Der 2. muss
ständig alle Sicherheitseinrichtungen (und davon gibt es viele!)
überprüfen, v.a. Haltbarkeitsdaten/
Da klingt es erstmal nicht viel, dass der 3. „nur“ Navigation zu erledigen
hat, aber wenn man, wie wir heute, 4 Routen vorbereiten muss, schafft man
das gar nicht in der Wachzeit und macht automatisch Überstunden. Wir
plotten eine Route zwischen Japan und Sachalin durch, über die Aleuten
nach Mexiko, dann 2 zwischen den beiden nördlichen Inseln Japans durch
(das sind die kürzesten Routen), und abends noch eine südlich von Japan,
da die Taifune zu schnell ziehen und uns einholen würden, wenn wir
nördlich fahren. Die tatsächliche Routen wird dann last minute
entschieden, höchstwahrscheinlich die Südroute, auch wenn die länger ist,
aber die Wartungsarbeiten halten uns hier noch einen Tag fest.
Ich kann mit meiner Navigationsausbildung schon recht viel Kartenarbeit
selbst machen und kann Marin einiges abnehmen. Das fühlt sich gut an, dann
steh ich nicht nutzlos rum. Es ist sowieso sehr angenehm auf der Brücke,
ich hab mehr geistig zu arbeiten und das in Gebieten, wo ich schon ein
Grundwissen mitbringe. Demnächst wurstel ich mich durchs Radarhandbuch,
vielleicht schaff ich das noch vorm Ankerhieven, denn unterwegs ist sehr
starker Nebel vorhergesagt, da kann ich schlecht am Radar rumspielen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen